Wichtige Erkenntnisse
Während sich Netzwerkgrenzen auflösen, müssen sich Sicherheitsstrategien 2026 von einer absoluten Netzwerkprävention hin zu einer garantierten Überlebensfähigkeit bei Angriffen verlagern.
Agentische KI hat neue und größere Schwachstellen geschaffen, mit denen sich Angreifer, die externe Firewalls umgehen, ohne interne Barrieren lateral im Netzwerk bewegen können.
KI‑gestützte Mikrosegmentierung automatisiert die Zuordnung von Abhängigkeiten und die Erkennung von Verhaltensmustern, um Ransomware-Bedrohungen in Echtzeit zu isolieren.
Die Isolierung hochsensibler KI‑Trainingscluster von öffentlich zugänglichen Inferenzumgebungen schützt zentrale Unternehmensdatensätze vor Manipulation.
Die Integration agentenloser Zero‑Trust-Kontrollen direkt in Hardware-Infrastruktur der nächsten Generation vereinfacht den gesamten Sicherheitsstack.
Zwar sind viele Sicherheitsverantwortliche schwierige Gespräche mit dem Vorstand gewohnt, doch diese Gespräche haben sich in letzter Zeit verlagert: Sicherheitsverantwortliche müssen nicht mehr die Frage beantworten: „Was tun Sie, um eine Datenpanne zu verhindern?“, sondern vielmehr: „Was werden Sie tun, wenn es doch dazu kommt?“
Die rasante Verbreitung agentischer KI und die Bedrohung durch neue, Frontier‑LLMs (Large Language Models) haben das klassische Netzwerk auf eine Weise verwundbar gemacht, die moderne Sicherheitsteams gerade erst begreifen. Vorstandsmitglieder wollen heute Risikoakzeptanz, Strategien zur Risikominderung sowie Schadensbegrenzung verstehen. Doch nicht alle CISOs sind darauf vorbereitet.
Laut dem CISO-Board Engagement Report 2026, einer gemeinsamen Studie von IANS Research, Artico Search und The CAP Group, ist mehr als die Hälfte der Vorstandsmitglieder der Ansicht, dass ihre CISOs ihnen nicht ausreichend vermitteln, wie sich dynamische Bedrohungen – insbesondere KI‑gestützte – auf die Risikoentwicklung des Unternehmens auswirken könnten. Und Vorstände, die von ihren CISOs nicht über diese Dynamiken informiert werden, treffen ihre Entscheidungen auf Grundlage unvollständiger Informationen.
In anderen Unternehmen ist die Kommunikation auf Vorstandsebene nach wie vor informell und nicht unbedingt auf die Strategie abgestimmt. In europäischen Finanzdienstleistungsunternehmen sind laut IDC die Cybersicherheit für Kunden (59 %) sowie die interne Cybersicherheit (57 %) die Haupttreiber für Investitionen in das Risikomanagement. Allerdings geben nur 43 % der CISOs in großen Unternehmen im Vereinigten Königreich an, monatliche Gespräche mit dem Vorstand zu führen, während 48 % nur punktuell Kontakt aufnehmen.
In einer kürzlich erschienenen Folge des ISMG-Podcasts erläuterte Mani Sundaram, Executive Vice President und General Manager der Akamai Security Technology Group, gegenüber Tom Field, Senior Vice President of Editorial bei ISMG, die Gründe für diese Diskrepanz. Dieser Blogbeitrag fasst Sundarams wichtigste Erkenntnisse zusammen und skizziert seine strategischen Empfehlungen für eine optimale Abstimmung.
Der fatale Fehler der klassischen Netzwerkverteidigung
Jahrelang verließen sich Unternehmen auf komplexe VLANs und statische Firewallregeln, um Unternehmens-Assets zu isolieren. Als ehemaliger Chief Information Officer von Akamai kennt Sundaram die betriebliche Komplexität dieses veralteten Ansatzes aus erster Hand. Sicherheitsteams haben häufig Lücken in Firewalls geschaffen, um neue Anwendungen zu integrieren, aber dann vergessen, diese Regeln wieder zu entfernen, als die entsprechenden Anwendungen außer Betrieb genommen wurden.
Herkömmliche Mikrosegmentierungsprojekte versprachen eine Lösung, gerieten jedoch oft ins Stocken, da sie eine intensive und komplexe Koordination zwischen mehreren isolierten Teams erforderten. Heute kann sich KI‑gestützte Ransomware mit Maschinengeschwindigkeit durch Netzwerke bewegen.
Die erste vollständig autonome KI‑Ransomware-Kampagne wurde bereits dokumentiert. In einer Zeit, in der KI‑Agenten ohne menschliches Eingreifen in ein Netzwerk eindringen, sich lateral bewegen und Angriffe ausführen können, können sich Sicherheitsteams nicht mehr darauf verlassen, dass menschliche Mitarbeiter manuell regelbasierte Tools konfigurieren, bevor eine Krise eintritt.
Bekämpfung von Bedrohungen in Maschinengeschwindigkeit durch KI‑Automatisierung
Um automatisierte Bedrohungen zu stoppen, müssen Sicherheitsverantwortliche der Maschinengeschwindigkeit mit eigener maschineller Intelligenz begegnen. Echte Resilienz erfordert KI‑gestützte Segmentierungsfunktionen, die in Echtzeit verstehen, wie Anwendungen miteinander kommunizieren. Anstatt sich auf statische menschliche Eingaben zu verlassen, erkennt KI automatisch das Verhalten von Anwendungen, ordnet Abhängigkeiten zu und generiert Sicherheitsrichtlinien.
Dieser automatisierte Ansatz schafft konzentrische Kreise bei der internen Verteidigung. Wenn es zu einem unvermeidbaren Sicherheitsvorfall kommt, grenzt Mikrosegmentierung den Auswirkungsradius sofort ein. Diese interne Barriere ermöglicht es, dass legitime Geschäftsaktivitäten weiterlaufen, aber erstickt dabei gleichzeitig schädliche laterale Netzwerkbewegung im Keim.
Dank Mikrosegmentierung können CIOs und CISOs nun souverän die Frage beantworten, was sie im Falle eines Sicherheitsvorfalls unternehmen werden.
Lösung des Schwachstellenproblems in KI‑Fabriken
Zudem erweitert sich die Angriffsfläche von Unternehmen aufgrund von Schatten‑KI-Tools und kommerziellen Browsern rasant. Mitarbeiter geben regelmäßig sensible Finanzdaten, personenbezogene Informationen und firmeneigenen Quellcode in externe Chatbots ein, um ihre tägliche Arbeit zu optimieren. Und Sicherheitsteams können nicht schützen, was sie nicht sehen können.
Durch die Implementierung moderner Browser-Sicherheitslösungen wie Akamai Workforce Protector (ehemals LayerX) erhalten Sicherheitsverantwortliche entscheidende Einblicke direkt am Ort der Nutzung. Die Lösung funktioniert als schlankes Browser-Plugin, das Nutzungsmuster erkennt und Datenextraktion verhindert. Dieses Bereitstellungsmodell vermeidet die Probleme klassischer Entschlüsselungsproxys, die den Anwendungsbetrieb beeinträchtigen.
Darüber hinaus müssen Unternehmen genau diese Segmentierungsprinzipien auf ihre zentrale KI‑Infrastruktur anwenden. Das bedeutet, datenintensive Trainingsumgebungen streng von nutzerseitigen Inferenzumgebungen zu trennen. Die Isolierung dieser Plattformen stellt sicher, dass eine API‑Sicherheitslücke auf Inferenzebene niemals die zugrunde liegende Modellgewichtung oder die Rohdatensätze gefährden kann.
Integration von Sicherheit in die Rechenebene
Das Aufspüren von Software-Schwachstellen ist für Sicherheitsteams in Unternehmen kein operativer Engpass mehr. Generative Modelle können Software-Schwachstellen mittlerweile viel schneller identifizieren, als menschliche Teams sie patchen können. Daher müssen sich moderne Unternehmen von endlosen Patching-Zyklen lösen und sich stark auf automatisierten Laufzeitschutz konzentrieren.
Um diese Verteidigungsarchitektur zu optimieren, hat Akamai kürzlich eine wichtige technologische Zusammenarbeit mit NVIDIA angekündigt. Die Partnerschaft integriert Zero‑Trust-Mikrosegmentierung direkt in KI‑Fabriken der nächsten Generation.
Durch den Einsatz von NVIDIA BlueField‑DPUs und dem DOCA-Software-Framework können Unternehmen Segmentierungsregeln völlig agentenlos definieren. So wird sichergestellt, dass kritische Sicherheitskontrollen den rechenintensiven KI‑Trainingsworkloads keine wertvolle Rechenleistung wegnehmen. Die Sicherheitsarchitektur von morgen muss einheitlich, automatisiert und tief integriert sein, um gegen neue Angriffe bestehen zu können.
Umgang mit neuen Vorgaben des Vorstands
Da Unternehmensvorstände die Illusion einer absoluten Netzwerkverteidigung zusehends aufgeben, müssen CISOs mit anderen Lösungen ausgestattet sein. Unternehmen müssen darauf vorbereitet sein, automatisierte Mikrosegmentierung, agentenlose Zero‑Trust-Kontrollen und einen neuen Ansatz für KI‑Fabriken einzusetzen, um Ausbreitungsradien einzudämmen, bevor ein Sicherheitsverstoß den Betrieb lahmlegen kann.
Mehr erfahren
Hören Sie sich den gesamten Podcast an, in dem Sundaram beschreibt, wie moderne Sicherheitsverantwortliche ihre Strategien überarbeiten, um echte betriebliche Resilienz aufzubauen.
(Hinweis: Dieser Podcast wurde aufgenommen, bevor die Übernahme von LayerX durch Akamai abgeschlossen wurde.)
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