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NIS2‑Compliance im KI‑Zeitalter: Warum herkömmliche Cybersicherheit nicht mehr ausreicht

September 09, 2026 by David Elmaleh

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Wichtige Erkenntnisse

NIS2 verlagert die Verantwortlichkeit zu Führungskräften, indem sie direkt für Cyberresilienz haftbar gemacht werden können, und sieht strenge Meldezeitfenster von 24 Stunden vor.

KI beschleunigt Bedrohungen auf Maschinengeschwindigkeit, mit der herkömmliche Netzwerksicherheit und manuelle Vorfallsreaktion einfach nicht mithalten können.

Um Compliance zu erreichen, müssen Unternehmen Angriffe schnell eindämmen, komplexe Lieferketten schützen und einen kontinuierlichen Geschäftsbetrieb aufrechterhalten.

KI‑gestützte Mikrosegmentierung stoppt laterale Netzwerkbewegung, isoliert kompromittierte Workloads und bietet Echtzeiteinblicke, um Aufsichtsbehörden zufriedenzustellen.

Die Einführung der zweiten Richtlinie zur Netz- und Informationssicherheit (Network and Information Security Directive 2, NIS2) ist eine der größten Änderungen der europäischen Cybersicherheitsvorschriften der letzten Jahre. Unternehmen können Cybersicherheit heute nicht mehr nur als die alleinige Verantwortung der IT‑Abteilung betrachten. 

Führungsteams sind jetzt direkt dafür verantwortlich, dass angemessene Sicherheitskontrollen vorhanden sind, wobei erhebliche Vorfälle innerhalb von nur 24 Stunden gemeldet werden müssen.

Gleichzeitig hat KI die Art und Weise, wie sich Cyberangriffe abspielen, grundlegend verändert.

Angriffe, deren Entwicklung früher Tage oder Wochen gebraucht haben, können heute innerhalb von Minuten gestartet werden. Automatisierte Ausspähung, KI‑gestütztes Phishing und immer ausgefeiltere Ransomware-Kampagnen haben die Zeit, die Unternehmen zur Erkennung und Eindämmung eines Angriffs zur Verfügung steht, drastisch verkürzt.

Für Unternehmen, die der NIS2‑Richtlinie unterliegen, wirft das alles eine schwierige Frage auf:

Wie können Sie nachweisen, dass Ihr Unternehmen einen Angriff eindämmen kann, bevor er sich zu einem schwerwiegenden Vorfall entwickelt?

Was ist NIS2?

NIS2 verändert die Art und Weise, wie Unternehmen das Thema Cybersicherheit angehen: 

Anstatt Cybersicherheit als IT‑Thema zu behandeln, verlagert die Richtlinie die Verantwortung zur Unternehmensleitung und führt gleichzeitig strengere Anforderungen in Bezug auf Governance, Risikomanagement und Vorfallsmeldung ein.

NIS2 aktualisiert und erweitert die ursprüngliche NIS‑Richtlinie, um die Cyberresilienz in einem breiteren Spektrum von Unternehmen und kritischen Sektoren zu stärken.

Resilienz, nicht nur Compliance

Viele Unternehmen betrachten NIS2 zunächst als eine weitere Compliance-Maßnahme.

Doch die Richtlinie zielt darauf ab, die betriebliche Resilienz zu verbessern, anstatt einfach nur mehr Dokumentationsaufwand zu verursachen.

Der Fokus liegt nicht mehr nur auf der Prävention von Angriffen. Die Leitungen von Unternehmen, die kritische Services bereitstellen, müssen nachweisen können – und nicht einfach nur behaupten –, dass sie zu Folgendem in der Lage sind:

  • Auswirkungen von Cybervorfällen reduzieren

  • Kritische Services schützen

  • Risiken in der Lieferkette managen

  • Geschäftskontinuität gewährleisten

  • Bei einem Vorfall schnell zu ermitteln, was betroffen

Und gemäß NIS2 können Unternehmensleitungen haftbar gemacht werden, wenn sie diese Vorgaben nicht einhalten. In einem Umfeld, in dem sich Cyberbedrohungen zunehmend mit Maschinengeschwindigkeit ausbreiten, üben diese Anforderungen erheblichen Druck auf klassische Sicherheitsmodelle aus. 

Akamai Guardicore Segmentation wurde genau für dieses Szenario entwickelt. Es bietet Sicherheits- und Führungsteams nachweisbare Einblicke, die aufzeigen, wie gut ein Vorfall tatsächlich eingedämmt wird.

Erfüllung der NIS2‑Anforderungen im KI‑Zeitalter

Die Erfüllung der NIS2‑Anforderungen ist angesichts der neuen Cyberbedrohungslandschaft deutlich schwieriger geworden.

Doch KI kommt nicht nur Angreifern, sondern auch Verteidigern zugute:

Sie unterstützt Sicherheitsteams dabei, Bedrohungen schneller zu analysieren, indem sie Funktionen wie Risikoanalysen oder die Abfrage von Vorfällen in natürlicher Sprache bereitstellt. So können Teams Angriffspfade zuordnen und die Auswirkungen eines Sicherheitsvorfalls erfassen – alles in einer Geschwindigkeit, die mit dem Tempo moderner Angriffe Schritt halten kann.

Gleichzeitig nutzen Angreifer KI, um die Ausspähung zu automatisieren, Schwachstellen aufzudecken und die laterale Netzwerkbewegung zu beschleunigen, sobald sie sich Zugang verschafft haben.

Auch wenn NIS2 das Thema KI nicht ausdrücklich regelt, müssen Unternehmen berücksichtigen, wie KI ihr Cyberrisiko verändert und welchen Einfluss sie auf ihre Governance-Verpflichtungen und ihre Fähigkeit hat, die Anforderungen der Richtlinie zu erfüllen. 

Viele klassische Sicherheitsarchitekturen verlassen sich nach wie vor stark auf herkömmliche Netzwerkverteidigung, manuelle Untersuchungen und statische Netzwerkkontrollen. Leider können diese Ansätze mit modernen Angriffen kaum Schritt halten, insbesondere in Hybrid‑Cloud-Umgebungen, bei Remote-Mitarbeitern und in immer komplexeren Lieferketten.

Die Herausforderung besteht nicht darin, jeden Angriff zu verhindern, sondern einzuschränken, wie weit sich ein Angreifer bewegen kann, sobald er sich in Ihrer Umgebung befindet.

Die vier größten NIS2‑Herausforderungen für Führungskräfte

Um NIS2‑Compliance zu erreichen, müssen Unternehmen Herausforderungen in vier wichtigen Bereichen bewältigen:

  1. Schnelle Eindämmung von Angriffen nachweisen

  2. Risiken in der Lieferkette managen

  3. Geschäftskontinuität gewährleisten

  4. NIS2‑Meldepflichten einhalten

Schnelle Eindämmung von Angriffen nachweisen

Unternehmen müssen nachweisen können, dass ihre Sicherheitskontrollen einen Vorfall aktiv eindämmen können, bevor er sich auf kritische Systeme ausbreitet (Artikel 21(1) und 21(2)(f)).

Risiken in der Lieferkette managen

NIS2 erweitert die Verantwortung über die eigene Infrastruktur eines Unternehmens hinaus (Artikel 21(2)(d)): Auch Drittanbieter und Partner müssen im Rahmen der übergreifenden Sicherheitsstrategie gemanagt werden. Hierbei müssen Unternehmen gewährleisten, dass kompromittierte Anmeldedaten eines Anbieters allein nicht ausreichen, um Zugriff auf kritische Systeme zu erlangen. Funktionen wie Multi-Faktor-Authentifizierung, die die Authentifizierung auf Verbindungsebene und nicht nur an den Netzwerkgrenzen durchsetzt, wurden genau für dieses Szenario entwickelt.

Geschäftskontinuität gewährleisten

Sicherheitskontrollen müssen die Resilienz stärken, ohne eine unnötige Betriebsstörung oder Komplexität zu verursachen (Artikel 21(2)(c)).

NIS2‑Meldepflichten einhalten

Persönliche Verantwortlichkeit in Verbindung mit einem strengen Meldezeitfenster (Artikel 23) – eine Frühwarnung innerhalb von 24 Stunden, eine Vorfallsmeldung innerhalb von 72 Stunden und ein vollständiger Bericht innerhalb eines Monats – bedeutet, dass Unternehmen sofortige Einblicke in den Umfang und die geschäftlichen Auswirkungen eines Vorfalls benötigen.

Diese Herausforderungen erfordern mehr als herkömmliche Netzwerksicherheit oder punktuelle Compliance-Maßnahmen:

Sie erfordern kontinuierliche Transparenz und schnelle Eindämmung.

Warum KI‑gestützte Segmentierung die Lösung ist

Der rote Faden, der sich durch diese Herausforderungen zieht, ist Transparenz und Eindämmung. Moderne Mikrosegmentierung übernimmt die Eindämmung, indem sie unnötige Kommunikation zwischen Workloads, Anwendungen und Umgebungen einschränkt. 

Anstatt davon auszugehen, dass Angriffe immer verhindert werden können, stellt Segmentierung sicher, dass sich Angreifer nicht frei bewegen können, sobald sie sich Zugang verschafft haben.

In Kombination mit Automatisierung und kontinuierlicher Transparenz können Unternehmen mit Segmentierung Folgendes erreichen:

  • Laterale Netzwerkbewegung reduzieren

  • Kompromittierte Workloads isolieren

  • Netzwerkunterbrechungen minimieren

  • Transparenz hybrider Umgebungen verbessern

  • Beweissicherung für die Meldung bei Aufsichtsbehörden vereinfachen

Während KI das Tempo von Cyberangriffen weiter beschleunigt, gewinnen diese Funktionen für Unternehmen, die die NIS2‑Anforderungen erfüllen wollen, zunehmend an Bedeutung.

Unsere Mikrosegmentierungsplattform

Akamai Guardicore Segmentation ist eine softwaredefinierte, Asset-orientierte Plattform, die speziell für das KI‑Zeitalter entwickelt wurde:

  • Exposure Analysis and Response (ExAR) ordnet kontinuierlich Angriffspfade zu, bevor Angreifer sie ausnutzen können. 

  • Funktionen zur Abfrage von Einblicken stellen Teams eine Suche in natürlicher Sprache bereit, mit der sie den Auswirkungsradius eines Angriffs sofort ermitteln können. 

  • Die generative Richtlinien-Engine reduziert die laterale Netzwerkbewegung, indem sie die Erstellung von Richtlinien automatisiert und so drastisch einschränkt, wie weit Angreifer mit kompromittierten Anmeldedaten oder Workloads kommen. 

Die Lösung unterstützt Unternehmen dabei, zu verstehen, welche Systeme miteinander verbunden sind, begrenzt die Bewegungsfreiheit von Angreifern und verdeutlicht schnell die Auswirkungen eines Vorfalls.

Machen Sie den nächsten Schritt

Das Verständnis der NIS2‑Anforderungen ist nur der erste Schritt.

Die eigentliche Herausforderung besteht darin, Sicherheitskontrollen zu implementieren, die die gesetzlichen Vorgaben erfüllen und gleichzeitig den Geschäftsbetrieb schützen. Unser Whitepaper untersucht, wie moderne Segmentierung Unternehmen dabei unterstützt, genau das zu erreichen.

Sie erfahren mehr über folgende Themen:

  • Schnellere Eindämmung von Angriffen durch KI‑gestützte Risikozuordnung und Richtliniengenerierung

  • Reduzierung von Risiken in der Lieferkette, indem der Anbieterzugriff auf das vertraglich erforderliche Minimum beschränkt wird

  • Gewährleistung der Geschäftskontinuität durch einen simulationsorientierten Ansatz, bei dem Richtlinien vor ihrer Durchsetzung getestet werden

  • Vereinfachung des behördlichen Reportings durch Echtzeiteinblicke in den Umfang eines Angriffs, die ganz einfach in natürlicher Sprache abgefragt werden können 

Laden Sie NIS2‑Compliance im KI‑Zeitalter herunter, um zu erfahren, wie Sie mittels Segmentierung die NIS2‑Anforderungen souverän erfüllen können.

FAQ

Die NIS2‑Richtlinie ist ein europäisches Cybersicherheitsgesetz, das darauf abzielt, die Resilienz von Unternehmen in kritischen Sektoren zu stärken. Sie führt strengere Standards für das Risikomanagement, die Meldung von Vorfällen, die Sicherheit in der Lieferkette und die Rechenschaftspflicht auf Vorstandsebene ein und erweitert gleichzeitig den Kreis der Unternehmen, die zur Einhaltung verpflichtet sind.

Obwohl NIS2 ein gemeinsames Framework vorgibt, wird die Richtlinie von jedem EU‑Mitgliedstaat durch nationale Gesetze umgesetzt.

NIS2 steht für „Network and Information Security Directive 2“, also für die zweite Richtlinie zur Netzwerk- und Informationssicherheit vom Oktober 2024. Es handelt sich um das aktualisierte Cybersicherheitsgesetz der Europäischen Union, das die ursprüngliche NIS‑Richtlinie ersetzt, die 2016 eingeführt wurde. Die Richtlinie erweitert den Kreis der betroffenen Unternehmen und führt strengere Anforderungen in den Bereichen Cybersicherheit, Governance, Risikomanagement und Vorfallsmeldung ein.

 

NIS2 gilt für die Sicherheit und Resilienz der Netzwerke, Informationssysteme und digitalen Services eines Unternehmens. Das umfasst Cybersicherheits-Governance, Risikomanagement, Vorfallsreaktion, Geschäftskontinuität, Sicherheit der Lieferkette, Cloud-Umgebungen und Betriebstechnologie.

Obwohl KI nicht ausdrücklich durch NIS2 geregelt wird, sollten Unternehmen berücksichtigen, wie sich KI‑Systeme und -Services von Drittanbietern auf ihr gesamtes Cyberrisiko und ihre Resilienz auswirken.

NIS2 gilt für Unternehmen, die als wesentliche oder wichtige Einrichtungen eingestuft sind und in Sektoren wie Energie, Gesundheitswesen, Finanzdienstleistungen, Verkehr, Fertigung, digitale Infrastruktur, IKT‑Dienste und öffentliche Verwaltung tätig sind.

Viele mittlere und große Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern oder einem Jahresumsatz von über 10 Millionen Euro könnten in den Anwendungsbereich fallen, wobei die Anwendbarkeit von der Branche und der nationalen Umsetzung abhängt.

NIS2‑Compliance bedeutet, die Anforderungen der Richtlinie in Bezug auf Cybersicherheit, Governance und Resilienz zu erfüllen. Doch dabei handelt es sich nicht um eine einmalige Zertifizierung: Unternehmen sind verpflichtet, Cyberrisiken kontinuierlich zu identifizieren, zu managen und zu mindern.

Das umfasst die Implementierung geeigneter Sicherheitsmaßnahmen, das Management von Risiken in der Lieferkette, die Einrichtung von Vorfallsreaktionsmaßnahmen, die Gewährleistung der Geschäftskontinuität sowie der Nachweis einer wirksamen Governance. Angesichts der zunehmenden Nutzung von KI sollten Unternehmen zudem sicherstellen, dass KI‑bezogene Risiken Teil ihrer übergreifenden Cybersicherheitsstrategie sind.

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Über den Autor

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David Elmaleh

David Elmaleh is Director of Product Management at Akamai, where he leads Product Portfolio Management for Zero Trust security solutions with a focus on go-to-market strategy. He brings more than 20 years of comprehensive expertise spanning networking, application security, and network security. Throughout his career, he has successfully driven product innovation, defined vision, and accelerated growth across both the enterprise security and carrier networking sectors. David holds an M.Sc. in Electrical and Electronics Engineering from Université Paris-Est and is a frequent speaker at industry events.