Brent Maynard
Brent Maynard is the Senior Director, Security Technology and Strategy at Akamai.
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Stille Agenten kaufen für menschliche Kunden ein, nehmen Buchungen vor und führen Anmeldungen durch, ohne sich zu identifizieren. Doch wenn Sie alle blockieren, verlieren Sie Kunden. Und wenn Sie alle zulassen, setzen Sie sich einem erheblichen Risiko aus. Dieser Blogbeitrag beschreibt eine dritte Option: die Zulassung ausgewählter Aktionen.
Agenten: ja oder nein? Die meisten Probleme im Zusammenhang mit dem Traffic von KI‑Agenten sind darauf zurückzuführen, dass Unternehmen diese Frage für ihre gesamte Website gleich beantworten. Doch die allerwenigsten Unternehmen sollten überall dieselbe Antwort anwenden.
Die Zulassung ausgewählter Aktionen ist ein besserer Ansatz, als entweder alles zu blockieren oder alles zuzulassen. Mit ausgewählten Aktionen können Sie Folgendes erreichen:
Finden Sie heraus, welche Agenten bereits auf Ihre Website zugreifen.
Legen Sie Richtlinien auf Grundlage Ihrer definierten akzeptablen Nutzung fest.
Machen Sie die Zulassung von einer Verifizierung abhängig.
Unterstützen Sie das Stöbern, während Identitätslösungen entwickelt werden.
Ein stiller Agent ist eine Automatisierung, die über einen gewöhnlichen Browser oder eine Kundensitzung agiert, ohne dabei eine überprüfbare Agentenidentität preiszugeben. Es kann sich um einen legitimen Assistenten handeln, der im Auftrag des Kunden handelt, um einen nicht autorisierten Agenten, der seine Berechtigungen überschreitet, oder um eine schädliche Automatisierung, die das Verhalten eines Agenten imitiert.
Wenn menschliche und automatisierte Aktivitäten innerhalb derselben authentifizierten Sitzung stattfinden, wird es schwieriger, sie voneinander zu unterscheiden. Ohne explizite Agentenidentifikation müssen sich Unternehmen auf verhaltensbasierte und technische Signale verlassen, die nicht immer das vollständige Bild vermitteln: Wenn Sie die Erkennung lockern, um legitime Agenten zuzulassen, setzen Sie Ihr Unternehmen möglicherweise schädlicher Automatisierung aus. Und wenn Sie die Erkennung verschärfen, blockieren Sie möglicherweise Aktivitäten, die vom Kunden autorisiert wurden.
Die stillen Agenten Meta Muse und Instinct funktionieren heute auf diese Weise. Doch bei OpenAI Dots gibt es eine Besonderheit: In der Cloud ist der Agent angemeldet, doch wenn er über den kundeneigenen Computer ausgeführt wird, arbeitet er still. OpenAI rät seinen Kunden: „Wenn eine Website den Cloudbrowser blockiert, fordern Sie Ihren Dot auf, es über den verbundenen Computer zu versuchen.“ Genau darin besteht die Herausforderung: Wenn Agenten ihre Anfragen nicht signieren, können ein Shoppingagent, der für einen echten menschlichen Kunden Sneaker kauft, und ein Reseller-Bot, der einen solchen Kundenagenten nachahmt, bemerkenswert ähnlich aussehen.
Das agentische Ökosystem entwickelt sich rasant weiter und Unternehmen haben schnell Wind davon bekommen: Amazon schloss Muse am 20. September aus seinem Shop aus, nachdem sich Meta geweigert hatte, Amazon aus dem Agenten zu entfernen. Amazon erklärte, dass sich Muse nicht identifiziert und scheinbar Kundendaten gespeichert hat. JPMorgan sperrte am 13. Oktober externe Agenten für Kundenkonten und Citi, Schwab und die Bank of America zogen innerhalb derselben Woche ähnliche Grenzen.
Laut Axios entdecken Banken Drittanbieteragenten in Kundenkonten – und einige dieser Agenten gehen offenbar über das hinaus, was der Kunde angefordert hat. Einzelhändler stehen vor einem anderen Problem: Kunden beschweren sich, dass ein Bot einen Kauf nicht abschließen konnte – meist, weil Anti‑Bot-Maßnahmen den Vorgang als „automatisiert“ einstufen, anstatt diesen spezifischen Bot absichtlich zu blockieren.
Die meisten bisherigen Reaktionen lassen sich in zwei Kategorien einteilen:
Bots bei Anmeldung und Geldtransaktionen vollständig blockieren
Schreibgeschützten Zugriff gewähren, sodass ein Bot ein Konto einsehen, aber keine Aktionen ausführen kann
Zwar gibt es für beide Reaktionen gute Gründe, doch letztlich ist keine davon eine geeignete Strategie – denn beide beantworten eine Ja‑oder‑Nein-Frage, während die eigentliche Frage lautet, welche Aktionen ein Agent ausführen darf.
Wir vertreten den Standpunkt, dass automatisierter Traffic danach geregelt werden sollte, welchem Zweck er dient und inwieweit die Website ihn verifizieren kann – und nicht danach, ob es sich um einen Agenten handelt oder nicht. Um diesen Ansatz umzusetzen, sind drei Faktoren erforderlich:
Transparenz: Agententraffic muss nach Zweck getrennt betrachtet werden, anstatt in eine einzige Schublade gesteckt zu werden.
Einblicke: Sie müssen wissen, welche Agenten ihre Identität selbst angegeben haben und welche anhand ihres Verhaltens identifiziert wurden.
Ausgewählte Aktionen: Erlauben Sie Agenten, Ihren Katalog zu durchsuchen, während gleichzeitig jeder Kaufabschluss auf Automatisierungsrisiken untersucht wird.
Daraus ergeben sich vier Grundsätze, die am Ende dieses Beitrags näher erläutert werden: Finden Sie heraus, welche Agenten bereits Ihre Website erreichen; treffen Sie Entscheidungen auf Endpoint-Basis statt für die gesamte Website; machen Sie die Zulassung von einer Verifizierung abhängig und unterstützen Sie das Stöbern, während die Branche an der Agentenidentität arbeitet.
In der Geschichte des Bot‑Managements hat sich fast jede Automatisierung, die es wert war, dass Unternehmen sie unterstützen, selbst angekündigt: Such-Crawler haben ihre User Agents und ihre IP‑Bereiche angegeben. So konnte eine Website beispielsweise nach „Googlebot“ suchen, den Bot bestätigen und ihn anders behandeln als einen anonymen Scraper. Dieses Vereinbarung hat funktioniert, weil der Bot‑Betreiber erkannt werden wollte.
Doch Verbraucheragenten haben diese Vereinbarung unbeabsichtigt gebrochen. Sie wurden entwickelt, um das Internet so zu nutzen, wie es ein Mensch tut: Sie steuern einen Browser, klicken sich durch Seiten, füllen Formulare aus und bewältigen Probleme ganz wie ein Mensch.
Muse läuft auf einer virtuellen Maschine in der Meta-Cloud mit einem integrierten Browser.
Instinct nutzt einen persistenten Cloud-Desktop und bedient ihn mit den gespeicherten Nutzeranmeldedaten, einschließlich E‑Mail- und Zahlungsdaten.
Dots werden als Cloud-Agent von OpenAI ausgeführt.
Aus Sicht des Servers handelt es sich bei jedem einzelnen um eine Browsersitzung: Die User‑Agent-Zeichenkette deutet auf einen Browser hin, während ihr Verhalten auf Automatisierung hindeutet.
Der Agent befindet sich rechtmäßig in der Sitzung und nutzt Anmeldedaten, die der Kunde ihm bereitgestellt hat. Nichts in der Anfrage deutet auf etwas anderes hin.
Dieses Risiko ist wichtig, weil sich auf der anderen Seite solcher Sitzungen unterschiedliche Agenten befinden können: Ein Agent, der einen Produktkatalog durchstöbert, ist höchstens eine Frage des Datenschutzes. Doch ein Agent, der mit den Zugangsdaten eines Kunden angemeldet ist, ist etwas ganz anderes. Laut den Nutzungsbedingungen von Instinct handelt es bei seinem Angebot um einen Agenten, der im Namen des Nutzers verbindliche Transaktionen ausführt. Und in seiner Datenschutzerklärung werden unbeabsichtigte Zahlungen und Manipulation durch versteckte Anweisungen als Nutzungsrisiken aufgeführt. Frühe Tester konnten beide Risiken bestätigen: Einer fügte Anweisungen in eine E‑Mail ein und beobachtete, wie der Agent sie befolgte, während ein anderer eine E‑Mail in seinem Namen versenden ließ, ohne dass er dem zugestimmt hatte.
Wenn Banken also behaupten, dass sie nicht feststellen können, ob eine Kontoaktion vom Nutzer autorisiert wurde, beschreiben sie ein ganz reales Problem – keinen einfachen Erkennungsfehler, den sie einfach durch den Kauf entsprechender Lösungen beheben könnten. Der Agent befindet sich rechtmäßig in der Sitzung und nutzt Anmeldedaten, die der Kunde ihm bereitgestellt hat. Nichts in der Anfrage deutet auf etwas anderes hin.
Unternehmen berichten von zwei verschiedenen Problemen – je nachdem, ob Agenten im Banking oder im Handel eingesetzt werden.
Im Banking sind Unternehmen über Aktionen innerhalb einer authentifizierten Sitzung besorgt. Axios berichtet, dass große US‑Banken Drittanbieteragenten in Kundenkonten entdecken und dass einige offenbar Aktionen ausführen, die über das hinausgehen, was Kunden angefordert haben. Die öffentlichen Erklärungen der Banken sind seit Mitte Oktober eindeutig:
JPMorgan hält externe Agenten von Privatkundenkonten fern.
Citi schränkt ihren Zugriff ein.
Schwab hindert Agenten daran, Kundengelder zu transferieren.
Bank of America verlangt eine menschliche Genehmigung, bevor Geld ein Konto verlässt.
Chase hat seine Kunden aufgefordert, ihre Zugangsdaten nicht an Dritte weiterzugeben.
Mehrere Banken tendieren als Kompromiss zu schreibgeschütztem Zugriff.
Die aktuelle Entwicklung autonomer KI‑Agenten spiegelt die Anfänge der Finanzkonten-Aggregierung wider: eine chaotische, nicht autorisierte UI‑Scraping-Phase, die von der Verbrauchernachfrage angetrieben wird und Plattformen unweigerlich dazu zwingt, von aktivem Widerstand zu standardisierten Protokollen überzugehen. In den 2010er Jahren umgingen Aggregatoren wie Plaid, Yodlee und Mint fehlende Bank‑APIs, indem sie Nutzeranmeldedaten sammelten, Headless-Skripte einrichteten, um menschliche Sitzungen nachzuahmen, Daten scrapten und Sicherheitsprüfungen umgingen.
Heute verfolgen autonome Bots und Agenten genau dieselbe Strategie.
Im Handel besteht die Sorge darin, dass ein Kunde einen Kauf nicht abschließen kann. Amazon hat Muse im September gesperrt und benachrichtigt Käufer nun, wenn der Bot versucht, über ihr Konto etwas zu kaufen. Ein Bericht von TechCrunch nennt Yelp, eBay, Zillow, Pizza Hut, adidas und mehrere Fluggesellschaften als Websites, auf denen Bots laut Nutzern abgewiesen werden. Manchmal ist diese Blockierung das Ergebnis einer durchdachten Richtlinie. In anderen Fällen erkennen bestehende Anti‑Bot-Maßnahmen automatisiertes Kaufverhalten und reagieren so, wie sie hierfür entwickelt wurden.
Sowohl Bankwesen als auch Handel mussten bereits große Volumen bewältigen, noch bevor diese Bots überhaupt auf den Markt kamen. Der „State of the Internet“-Bericht von Akamai vom Juli 2026 ergab, dass fast die Hälfte (47,9 %) des gesamten KI‑Bot-Traffics im globalen Akamai-Netzwerk zwischen Juli 2025 und Dezember 2025 auf die Handelsbranche entfiel. Außerdem stellte der Bericht fest, dass Handelsunternehmen mehr als 90 % der KI‑Bot-Aktivitäten in die Kategorie „Nur überwachen“ eingestuft hatte – und etwa drei Viertel der verbleibenden Aktivitäten wurden ohne Einschränkungen zugelassen.
Mit anderen Worten: Die meisten Unternehmen haben den KI‑Traffic nur beobachtet, anstatt ihn zu kontrollieren – und das schon lange bevor Agenten begannen, Käufe abzuschließen.
Einfach jeden Agenten zu blockieren, ist die schnellste Lösung und lässt sich intern am einfachsten rechtfertigen. Und bei Anmeldungen und Geldtransaktionen ist diese Blockierung wahrscheinlich tatsächlich die angemessenste Sicherheitsentscheidung – zumindest derzeit. Doch wenn diese Blockierung auf die gesamte Website angewendet wird, wird aus dieser Sicherheits- auch eine Geschäftsentscheidung: Der Agent handelt im Auftrag eines Kunden, der etwas kaufen möchte, und die Blockierung hindert ihn daran. Käufer, die auf diese Sperre stoßen, kommen nicht zu dem Schluss, dass sich ihr Agent besser identifizieren muss, sondern wechseln zu einer Website, auf der der Agent funktioniert.
Schreibgeschützter Zugriff ist eine durchdachtere Variante und hat sich besser bewährt – auch wenn er nicht die umfassende Lösung bietet, wie es vielleicht den Anschein hat. Denn das Lesen eines Kontos ist nicht risikofrei, wenn der Agent anschließend auf Grundlage der gelesenen Daten Aktionen in einem anderen System ausführt. Und viele wertvolle Aktionen betreffen weder Lesevorgänge noch Geldüberweisungen, darunter Buchungen, Terminverschiebungen, Adressänderungen oder das Einlösen einer Prämie. Schreibgeschützter Zugriff verschafft also nur Zeit, anstatt sichere Richtlinien zu schaffen.
Fragen Sie sich nicht mehr, ob Sie Agenten zulassen sollen, sondern entscheiden Sie, welche Aktionen sie ausführen dürfen.
Die dritte Reaktion – einen Agenten zuzulassen, weil er erkannt wird – birgt das größte Risiko. Denn Erkennung bedeutet heute meist den Abgleich einer Signatur: ein Muster aus Headern, Fingerprints und Verhaltensweisen, das ein bekannter Agent in der Regel erzeugt. Doch Signaturen lassen sich imitieren. Jede Ausnahmeregelung, die für eine bestimmte Signatur festgelegt wird, gilt automatisch auch für alles, was diese Signatur gut genug nachahmt – und der Traffic, der Shopping-Agenten am besten imitiert, ist genau der Traffic, den Händler bei einer Produkteinführung am wenigsten gebrauchen können.
Das ist die Falle: Pauschales Blockieren kostet Umsatz, während pauschales Zulassen schädlichen Agenten, die sich als legitim tarnen, eine Ausnahmeregelung gewährt – und schreibgeschützter Zugriff zögert die Entscheidung nur hinaus. Fragen Sie sich nicht mehr, ob Sie Agenten zulassen sollen, sondern entscheiden Sie, welche Aktionen sie ausführen dürfen.
Eine einzige Kategorie „KI‑Bots“ reicht für eine Richtlinie nicht aus, da der darin enthaltene Traffic gegensätzliche Ziele verfolgt: Ein Crawler, der Ihre Produktbeschreibungen sammelt, um ein Modell zu trainieren; ein Such-Crawler, der Ihre Website indiziert, damit Ihre Marke in einer KI‑Antwort angezeigt wird; und ein Assistent, der eine einzelne Seite abruft, weil Ihr Kunde eine Frage gestellt hat, sind drei grundlegend unterschiedliche Transaktionen.
Im August 2026 haben wir diese Kategorie im Akamai Bot Directory in drei Unterkategorien aufgeteilt:
KI-Trainings-Crawler: Sammeln Inhalte in großem Umfang, um Modelle zu trainieren (z. B. GPTBot, ClaudeBot und Meta‑ExternalAgent).
KI-Such-Crawler: Indizieren Websites für KI‑Suche und Quellenangaben (z. B. OAI‑SearchBot, Claude-SearchBot und PerplexityBot).
KI-Fetcher und -Agenten: Greifen in Echtzeit auf eine Seite zu, um eine Frage zu beantworten oder eine Aufgabe zu erledigen (z. B. ChatGPT‑User, ChatGPT Agent, GoogleAgent-Mariner und mutmaßliche stille Agenten).
Diese Unterteilung bietet Unternehmen eine detailliertere Kontrolle über Maßnahmen, die sich andernfalls widersprechen würden: Sie können Trainings-Crawler einschränken, um Inhalte zu schützen, für die das Unternehmen keine Lizenz besitzt; können Such-Crawler zulassen, damit die Inhalte in KI‑Antworten sichtbar bleiben; und können Echtzeitagenten als den Kundentraffic behandeln, der sie in der Regel sind – eine Richtlinie pro Kategorie, festgelegt vom Unternehmen.
Die Transparenz muss sich zudem über den Katalog hinaus erstrecken: Der Traffic, der Banken Sorgen bereitet, betrifft nicht das bloße Stöbern im Katalog, sondern die Aktivitäten angemeldeter Nutzer. Die Überwachung der Agentenaktivitäten in authentifizierten Sitzungen unterscheidet sich von der Nachverfolgung auf Inhaltsseiten – und Unternehmen benötigen beide Perspektiven, bevor sie beginnen können, das Risiko zu managen.
Kategorien zeigen, welche Art von Traffic eingegangen ist. Als Nächstes stellt sich die Frage, woher Sie Ihr Wissen über jeden einzelnen Agenten beziehen – und darauf gibt es zwei sehr unterschiedliche Antworten:
Einige Agenten geben sich auf eine Weise zu erkennen, die überprüft werden kann. Sie veröffentlichen einen Schlüssel, signieren ihre Anfragen und können an der Edge verifiziert werden, statt ihnen einfach glauben zu müssen. Diese Agenten sind bekannt und ein bekannter Agent kann seine eigene Richtlinie erhalten – auch beim Bezahlvorgang –, da die Erkennung nicht von etwas abhängt, das kopiert werden kann.
Alles andere wird abgeleitet. Wir ordnen Agenten anhand beobachteter Merkmale zu und kennzeichnen sie als „verdächtig“. Deshalb enthalten Berichte Einträge wie „Muse‑Agent (verdächtig)“ anstelle einer bestätigten Identität. Diese Kennzeichnung ist wirklich nützlich: Sie verrät Ihnen, dass ein Agent Ihre Website erreicht, wie viel Traffic er ungefähr verursacht und wohin er navigiert. Sie sagt Ihnen jedoch nicht, dass die nächste Anfrage mit demselben Muster von demselben Agenten stammt – und eine Richtlinie, die auf dieser Annahme basiert, wird letztendlich Zugriff auf etwas gewähren, das Sie nicht beabsichtigt haben.
Verhaltensbasierte Risikobewertung ist das, was übrig bleibt, wenn keine Zuordnung möglich ist. Und sie ist die Kontrolle, die auch dann noch funktioniert, wenn Agenten Täuschungstechniken einsetzen. Indem die Bewertung untersucht, wie sich eine Sitzung verhält – statt als was sie sich ausgibt –, greift sie sowohl bei Agenten, die wie ein Browser wirken sollen, als auch bei Reseller-Bots, die wie ein Käufer wirken sollen.
Das ist auch der Grund, warum legitime Agenten manchmal an der Kasse gestoppt werden. Dieses Ergebnis entspricht der vorgesehenen Funktionsweise des Systems: Solange sich Agenten nicht authentifizieren können, landet ein Teil des legitimen Agententraffics in der Kategorie „Nicht verifiziert“.
Die logische Konsequenz für Sicherheitsteams besteht darin, die beiden Signale – Kategorie/Kennzeichnung und Verhalten – gemeinsam zu betrachten. Kategorie und Kennzeichnung geben Aufschluss darüber, wer in welchem Umfang auf die Seite zugreift, während das Verhalten Aufschluss darüber gibt, was diese Sitzung gerade tut. Keines von beiden reicht allein aus, um Richtlinien festzulegen.
Eine Katalogseite und eine Checkout-Seite bergen unterschiedliche Risiken. Ein Agent, der für einen Kunden Produktbeschreibungen liest, tut etwas, was Standardbrowser schon immer getan haben. Unternehmen wünschen sich diesen Traffic in der Regel, weil er zu Verkäufen führt und weil KI‑Assistenten zusehends dazu eingesetzt werden, Produkte zu entdecken.
Doch wenn dieser Agent eine Bestellung aufgibt, führt er damit eine Aktion durch, die Bestände und Geld bewegt – und das verdient dieselbe sorgfältige Prüfung, die bei jeder Automatisierung angewendet wird. Die Anmeldung liegt näher am Bezahlvorgang als am Katalog. Das gilt auch für alle Aktivitäten, die Änderungen an Konten durchführen.
Das bedeuten ausgewählte Aktionen in der Praxis:
Eine Richtlinie für Inhalte, bei der der Großteil des KI‑Traffics überwacht oder zugelassen werden kann
Eine andere Richtlinie für Transaktionen, die jede Anfrage im Hinblick auf Automatisierung bewertet – unabhängig davon, wie sich diese Automatisierung selbst bezeichnet
Eine dritte Richtlinie für die Authentifizierung, bei der es nicht darum geht, ob die Sitzung automatisiert ist, sondern ob die dahinter stehende Person der Kontoinhaber ist und ob es sich um eine erkennbare Aktion handelt
Mit diesem Setup sieht das Ergebnis so aus, wie es die meisten Einzelhändler bereits gewohnt sind: Ein Agent kann für einen Kunden im Katalog stöbern, wird jedoch beim Kaufversuch gestoppt. So können Kunden ungehindert Produkte entdecken, bestehende Kontrollen werden dort angewendet, wo Geld im Spiel ist, und das Unternehmen behält die Freiheit, seine Entscheidung für jeden einzelnen Endpoint zu ändern, ohne die gesamte Richtlinie neu aufrollen zu müssen.
Die gleiche Logik beantwortet die Frage, die uns am häufigsten gestellt wird: Wie kann man einem bestimmten Agenten erlauben, einen Kauf abzuschließen? Die Antwort ist keine Ausnahmeregelung, die für eine bestimmte Signatur erstellt wurde – denn die Regelung gilt auch für alles, was diese Signatur imitiert. Stattdessen liegt die Antwort in Authentifizierung und Verifizierung: Sobald ein Agent nachweist, wer er ist, kann er seine eigene Richtlinie erhalten – auch an der Kasse –, und das Unternehmen kann anhand dieser Verifizierung Zugriff gewähren, statt sich auf ein Muster zu verlassen.
Jeder Aspekt dieses Problems ist auf dasselbe fehlende Puzzleteil zurückzuführen: Ein Agent kann nicht nachweisen, wer er ist oder für wen er arbeitet, sodass Websites auf Schlussfolgerungen zurückgreifen müssen – doch bloße Schlussfolgerungen können nicht die zuverlässige Entscheidungsfindung unterstützen, die Unternehmen benötigen.
Dieses fehlende Puzzleteil wird gerade entwickelt. Mit Web Bot Auth, einem Entwurf der Internet Engineering Task Force, den wir unterstützen, kann ein Agent seine Anfragen signieren, sodass eine Website den Ursprung kryptografisch verifizieren kann, anstatt sich auf einen Header verlassen zu müssen.
Das Trusted Agent Protocol von Visa basiert auf demselben Signaturverfahren, das auch für Zahlungen verwendet wird. Wir haben es integriert, damit Händler erkennen können, ob ein Agent lediglich die Seite durchsucht oder eine Zahlung durchführt, und den Agenten dem Kunden zuordnen können, den er vertritt. Know Your Agent von Skyfire fügt eine Identitätsebene hinzu, die einen Agenten an verifizierte Unternehmen oder Nutzer bindet. Gleichzeitig sind wir auch dem Experian Agent Trust-Ökosystem beigetreten. Im Juni 2026 haben wir diese Komponenten zu einem agentischen Sicherheitsframework kombiniert, das Identität, Beobachtbarkeit, Vertrauen und Edge-Durchsetzung abdeckt.
Auch Agentenbetreiber spielen bei alldem eine wichtige Rolle. Jeder Betreiber kann sich bei Akamai registrieren und seinen Traffic verifizieren lassen, wodurch aus einer abgeleiteten Signatur eine deklarierte Identität wird, auf deren Grundlage Händler Richtlinien festlegen können. Die Agenten, die heute an der Kasse gestoppt werden, sind größtenteils solche, die diesen Schritt noch nicht vollzogen haben. Stille Agenten können erst dann sicher erlaubt werden, wenn sie diesen Schritt abgeschlossen haben.
Doch diese Arbeit ist noch im Gange und Unternehmen müssen ihre Websites in der Zwischenzeit weiter betreiben. Deshalb sollten sie Agenten anhand ihrer Aktionen kontrollieren und die Möglichkeiten erweitern, wenn eine Identität bereitgestellt wird. Ein Unternehmen, das den Bezahlvorgang bereits von der Anmeldung getrennt hat, kann verifizierte Agenten zulassen, sobald die Verifizierung an der Edge verfügbar ist. Unternehmen, die sich immer noch zwischen „alles blockieren“ und „alles zulassen“ entscheiden, müssen hingegen ganz von vorne anfangen.
Die vier Schritte, die Sie jetzt unternehmen können, lauten:
Finden Sie heraus, welche Agenten bereits auf Ihre Website zugreifen.
Legen Sie Richtlinien auf Endpoint-Basis fest.
Machen Sie die Zulassung von einer Verifizierung abhängig.
Unterstützen Sie das Stöbern, während Identitätslösungen entwickelt werden.
Analysieren Sie Ihren KI‑Traffic nach Kategorie und untersuchen Sie, wo er landet: Inhaltsseiten, Anmeldung, Bezahlung oder Kontoänderungen. Die meisten Teams sind davon überrascht, wie umfangreich dieser Traffic ist und wie viel davon weiterhin nur überwacht wird, ohne dass eine Entscheidung getroffen wird. Doch Sie können keine Richtlinien für Traffic festlegen, den Sie nicht gemessen haben.
Treffen Sie separate Entscheidungen für Stöbern, Transaktionen und authentifizierte Sitzungen. Wenn die Antwort in allen drei Fällen gleich ist, sollte dies auf eine Schlussfolgerung zurückzuführen sein, zu der Sie gelangt sind – nicht auf eine Einstellung, die Sie einfach überall anwenden.
Wenn ein Partner oder ein Agentenbetreiber Zugriff auf Ihren Bezahlvorgang anfordert, sollte die Gewährung dieses Zugriffs von einer Registrierung und verifizierten Identität abhängig sein – nicht von einer Ausnahmegenehmigung für bestimmte Signaturen. Weisen Sie Betreiber auf den Registrierungsprozess hin. Eine Ausnahmeregelung, die für ein Muster definiert wurde, gilt für alles, was dieses Muster kopieren kann.
Agenten, die im Auftrag echter Kunden handeln, sind zusehends ein wichtiger Weg zu Ihrem Unternehmen – und wenn sie ihnen Zugriff verweigern, reduzieren Sie zwar Sicherheitsvorfälle, aber verlieren auch potenzielle Umsätze. Setzen Sie die Grenze dort, wo Transaktionen stattfinden, aber lassen Sie den Katalog zugänglich.
Am Ende werden nicht die Unternehmen erfolgreich sein, die richtig erraten, welchen Agenten sie vertrauen können, sondern diejenigen, die erkennen können, welche Agenten ankommen; die wissen, in welchem Umfang sie diese Agenten verifizieren können; und die an einem Endpoint Maßnahmen ergreifen können, ohne den Rest zu beeinträchtigen.
Wenn Sie Ihre aktuellen KI‑Traffic-Kategorien und Transaktionsrichtlinien besprechen möchten, wenden Sie sich an einen Akamai-Experten.
Brent Maynard is the Senior Director, Security Technology and Strategy at Akamai.